Follow the river


Gestern war es soweit, endlich Zeit meine erste Tour über 100 Kilometer zu fahren. Da mir nichts besseres und nichts anderes eingefallen ist entschied ich mich für die Tour Wesel-Rees-Moyland-Xanten, die wir auch vom Radforum in 2014 gefahren sind.

Das Wetter versprach trocken zu bleiben und hin und wieder mit Sonnenschein zu verwöhnen. Erst gegen späten Abend sollte es regnen … bis dahin bin ich aber längst zurück. Als Vorherrschende Windrichtung war für vormittags Süd angesagt, für Nachmittags West – auch das kam mir sehr entgegen, denn ich fuhr die erste Hälfte der Strecke Richtung Nordwest, auf dem Rückweg dann vorwiegend Richtung Südost.

Regenjacke, Butterbrote, Apfel und Trinkwasser verstaut und schon ging es mit nur 30 Minuten Verspätung los. Bis Wesel merkte ich schnell, das der Wetterbericht sich mit der Windrichtung vertan hat – der Wind kam aus westlicher Richtung und damit immer schräg von vorne … nicht stark, aber gleichmäßig. Das konnte mich allerdings heute nicht von meiner geplanten Tour abhalten.

Auf der Fahrt über Wesel, Bislich nach bis nach Rees kam ich gut voran. In Bislich saßen beide Störche auf (in?) ihrem Nest, später begleitete mich ein Fischreiher ein Stück des Weges. Es war eine kurzweilige Tour bis Rees, nicht meine schnellste, aber durch den Sonnenschein doch eine sehr schöne Tour. Zu meiner großen Freude standen im Themenpark in Rees neue Skulpturen, die nach einem Foto schrien.

Ein Päusken in der Sonne, dazu ein Dubbel … so gefällt mir der Frühling. Die Reeser Rheinbrücke überquert, schon wurde der Wind etwas frischer … mir wurde ein wenig kalt, ich hätte nicht so lange in der Sonne sitzen sollen. Bis Moyland hatte ich den Wind direkt von vorne, es ging etwas langsamer voran, war aber noch gut erträglich. Ich freute mich sehr den Wendepunkt meiner Tour zu erreichen und genoss ab Moyland bis Kalkar den Wind von schräg hinten … ist doch ein ganz anderes Gefühl.

In Kalkar gab es den Apfel, noch schien die Sonne aber am Horizont zogen dunklere Wolken auf. Diesmal in Kalkar ohne Regen, niemand steht unter der 465 Jahre alten Gerichtslinde

Dem bunten Treiben ein wenig zugesehen und schon war ich wieder unterwegs. Schnell merkte ich, das der Wetterbericht recht hatte, das sich nachmittags der Wind dreht … allerdings kam er nun aus südwestlicher Richtung – und damit für den Rest der Strecke von schräg vorne.

Langsam merkte ich, das eine 100 Kilometer Tour so früh im Jahr nicht das richtige für mich ist. Die Beine begannen ein wenig müde zu werden und ich ertappte mich dabei, wie ich mich immer öfter ein Stück rollen ließ statt zu kurbeln.

Nachdem ich die Xantener Nord- und Südsee passiert hatte war es auf dem Markplatz in Xanten Zeit für die letzte Pause. Ein Dubbel und der Rest vom Wasser, schon ging es weiter Richtung Heimat … ich freute mich schon, denn es waren nur noch 25 Kilometer zu radeln. Mir kam es wie eine kleine Ewigkeit vor, eine Blick auf den Tacho zeigte mir aber, das ich doch noch ziemlich zügig voran gekommen bin.

Auf der Bislicher Insel sprang – nein rannte – ein Feldhase über die Strasse, ein stattliches Tier … bei Dämmerung hätte man ihn mit einem kleinen Reh verwechseln können. Der Hase war wirklich sehr schnell, ich wünschte meine müden Beine ließen mich auch schneller fahren

Nachdem ich die Weseler Rheinbrücke überquert hatte konnte ich wieder schneller fahren … es zog mich förmlich nach Hause. Der Regen kam erst in der Nacht.
Im nachhinein betrachtet – das ist immer wieder eine schöne Tour – aber nur wenn es etwas wärmer ist.

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